Wie sehen die Formen aktueller institutioneller künstlerischer Vermittlung aus? Wie verbinden sich lokale Arbeit und internationaler Diskurs? Seit 2008 haben Kuratoren und Direktoren französischer centres d’art und deutscher Kunstvereine auf Initiative des Verbandes der französischen centres d’art, d.c.a (association française de développement des centres d’art), und des Institut français bei Treffen in Frankreich und Deutschland Erfahrungen ausgetauscht und über Unterschiede, Gemeinsamkeiten und zukünftige Perspektiven diskutiert.
Unter dem Titel Thermostat präsentieren 24 centres d’art und Kunstvereine nun vom 16. Juni 2010 bis 30. April 2011 rund dreißig gemeinsame Ausstellungen und Veranstaltungen.
Thermostat wird unterstützt von der Kulturstiftung des Bundes, vom französischen Kulturministerium und Culturesfrance, sowie dem Bevollmächtigten für die deutsch-französische kulturelle Zusammenarbeit.
Mit Thermostat treten 24 centres d’art und Kunstvereine zusammen, um Erfahrungen, Standpunkte und Ansätze zu einer gemeinsamen Form zu verbinden. Im Kontext eines globalisierten Kunstsystems, das seine Akteure kontinuierlich zur kritischen Reflexion der eigenen Arbeitsweise herausfordert, eröffnet die Annäherung der beteiligten Institutionen neue Perspektiven.
Thermostat misst die aktuelle „Temperatur“ kunsttheoretischer und kulturpolitischer Tendenzen vor Ort – sei es weitab auf dem Lande, sei es mitten in der Großstadt in Frankreich und Deutschland und unterstreicht die zentrale Rolle der teilnehmenden centres d’art und Kunstvereine für die Gegenwartskunst.
Rund 30 Ausstellungen, die zu zweit oder zu dritt konzipiert wurden, geben einen Einblick in das Potential der beteiligten Orte und laden dazu ein, über die Bedeutung zivilgesellschaftlichen Engagements für die Kulturlandschaft von morgen nachzudenken.
Kunstvereine und centres d’art blicken auf eine völlig unterschiedliche Entstehungsgeschichte zurück und sehen sich mit anderen kulturellen sowie geografischen Bedingungen konfrontiert. Sie begleiten junge Künstler in ihrer Entwicklung und bieten Raum für Experimente und eine kritische Haltung. Als wichtiger Bestandteil eines ebenso vielfältigen wie profilierten Kunst- und Kulturbetriebes prägen sie das Kulturleben Deutschlands und Frankreichs abseits der großen Metropolen.