Kunstvereine

Es gibt sie seit Ende des 18. Jahrhunderts, bis heute sind sie ein wichtiger Nährboden künstlerischer Entwicklungen in deutschen Regionen und Städten: Kunstvereine. Den ersten gründeten 1792 in Nürnberg Angehörige des aufstrebenden Bürgertums. Bis heute sind sie ein entscheidender Faktor der Demokratisierung von Kunst in Deutschland.

 

Innerhalb der Vereinsstruktur wählen die Mitglieder den ehrenamtlich tätigen Vorstand, der wiederum den Direktor beruft. Als Non-Profit-Organisationen und ohne eigene Kunstsammlungen sind Kunstvereine wichtige Schnittstellen zwischen Kunsthochschulen, Kunstmarkt und Museen. Die Arbeit der Direktoren schafft ein Gleichgewicht zwischen den Erwartungen der Mitglieder, den Ansprüchen eines internationalen Kunstdiskurses und Finanzierungsinteressen.

Die 280 Kunstvereine mit ihren insgesamt 150.000 Mitgliedern bieten Spielraum für experimentelle Kunst und junge Künstler. Zudem bilden sie mit Publikationen und Veranstaltungen eine Plattform für Reflexion und Diskussion zu Kunst, Ausstellungs- und Vermittlungsarbeit.

 

Ihre Größe reicht vom Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen in Düsseldorf mit 3.500 Mitgliedern und einem Budget von ca. 350.000 Euro bis zum Neuen Kunstverein Gießen mit 8 m2 Ausstellungsfläche, 180 Mitgliedern und einem Budget von ca. 10.000 Euro.

 

Mittel kommen aus Mitgliedsbeiträgen, dem Verkauf von Jahresgaben, Sponsoren-, Stiftungs- und, in den letzten Jahren deutlich abnehmenden, öffentlichen Geldern. Dabei sind Kunstvereine entscheidende Akteure, stellen zusammen im Jahr rund 6.000 Künstler und Künstlerinnen aus, die von über 1,5 Millionen Besuchern gesehen werden. Tendenz steigend.

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